Folgende Zuschrift erreichte unsere Redaktion am Dienstag. Der Faulheit wegen haben wir unsere Antworten in Fettschrift gleich zwischen den Text gepackt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass scheinbar nicht alle bis zum Textende lesen. Das Internet ist längst voll von schnappatmenden Usern, die hier behördliche Verschwörung oder Schlimmeres vermuten.
Deshalb: Blutdruck senken, Eskalationsmodus beenden. Und alles in Ruhe durchlesen.
Mathias
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass scheinbar nicht alle bis zum Textende lesen. Das Internet ist längst voll von schnappatmenden Usern, die hier behördliche Verschwörung oder Schlimmeres vermuten.
Deshalb: Blutdruck senken, Eskalationsmodus beenden. Und alles in Ruhe durchlesen.
Mathias

Liebes Zweirad-Team,
ich schreibe euch, weil ich glaube, dass euch dieses Thema interessieren wird – und weil es sonst vermutlich niemand mitbekommt.
Wir berichten seit nahezu 40 Jahren ausführlich und reich bebildert über das Versammlungsgeschehen.
Schau dir dazu mal die Beiträge in unserem Heftarchiv immer in den Mai- oder Juni-Ausgaben an. Hier findest du auch die Hintergrundgeschichte, warum es überhaupt zu diesem Treffen kam. Wir sind also nicht ganz ahnungslos. 😉
Schau dir dazu mal die Beiträge in unserem Heftarchiv immer in den Mai- oder Juni-Ausgaben an. Hier findest du auch die Hintergrundgeschichte, warum es überhaupt zu diesem Treffen kam. Wir sind also nicht ganz ahnungslos. 😉
In Nürnberg gibt es seit über 50 Jahren ein 1.-Mai-Bikertreffen an der Münchner Straße. Was als kleines Treffen mit wenigen Fahrern begann, ist über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der Bikerszene geworden – zuletzt mit mehreren tausend Teilnehmern.
Siehe oben, es waren in den besten Zeiten rund 10.000 Motorradfahrer. Genaue Zahlen gibt es nicht. Siehe auch unser Youtube-Video.

Das Besondere daran:
Es handelt sich nicht um eine organisierte Veranstaltung, sondern um ein gewachsenes Treffen, das immer funktioniert hat. Ohne größere Zwischenfälle, mit Unterstützung der Polizei und mit einer Szene, die sich selbst organisiert und gegenseitig respektiert.
Umso erstaunlicher ist, was jetzt passiert ist.
Ohne öffentliche Ankündigung, – das Amtsblatt der Stadt Nürnberg ist ein öffentliches Medium – ohne Kommunikation an die Szene – es gibt keinen Veranstalter, an den man sich wenden kann. Auch wenn die Stadtverwaltung wegen der Kosten für Absperrmaßnahmen, Müllbeseitigung etc. gerne einen hätte – und ausschließlich über das Amtsblatt wurde eine Verfügung erlassen, die genau das unmöglich macht, was dieses Treffen ausmacht:
Getränkeausschank, kleine Stände, Informationsangebote – alles untersagt.
Betrifft nur die gewerblichen Betriebe, die ohne Genehmigung und unter Missachtung des Ladenschlussgesetzes immer ausufernder aufgetreten sind.
Selbst die beteiligten Tankstellenbetreiber wurden lediglich formal informiert.
Die Tankstellenpächter und der Schachtelwirt gegenüber sind von dieser Allgemeinverfügung klar ausgenommen. Für sie ändert sich also gar nichts.


Die Szene selbst hätte davon nichts erfahren, wenn nicht zufällig jemand die Veröffentlichung entdeckt und weitergeleitet hätte.
Die sog. Szene betrifft es ja auch nur, weil ihnen jetzt niemand mehr das Visier putzt, neue Mopeds zeigt, sie mit Musik beschallt oder Verpflegung anbietet.
Nach über fünf Jahrzehnten problemloser Durchführung stellt sich für viele die Frage:
Warum jetzt? Und warum auf diese Art? Was? Siehe oben.
Es entsteht der Eindruck, dass ein gewachsenes Stück Bikerkultur nicht offen diskutiert, sondern stillschweigend zurückgedrängt werden soll.
Es geht hier nicht um eine Bikerkultur, sondern ausschließlich um die inzwischen ausufernde Geschäftstätigkeiten auch branchenfremder gewerblicher Unternehmen am Rande oder bereits jenseits der Legalität. Klingt komisch, macht aber aus für mich nachvollziehbaren Gründen Sinn.
Das Treffen wird trotzdem stattfinden – da sind sich alle einig.
Das stand und steht ja auch gar nicht zur Debatte. Früher wurde das Treffen von behördlicher Seite eher totgeschwiegen, nach 50 Jahren unseres anarchischen Treibens erkennen Polizei und Stadtverwaltung inzwischen wenigstens , dass man das fröhliche Chaos der fränkischen Biker nicht verbieten, sondern höchstens in gewissem Sinn (Rettungsweg, Busumleitung etc.) ordnen kann.
Das stand und steht ja auch gar nicht zur Debatte. Früher wurde das Treffen von behördlicher Seite eher totgeschwiegen, nach 50 Jahren unseres anarchischen Treibens erkennen Polizei und Stadtverwaltung inzwischen wenigstens , dass man das fröhliche Chaos der fränkischen Biker nicht verbieten, sondern höchstens in gewissem Sinn (Rettungsweg, Busumleitung etc.) ordnen kann.
Aber es wird bewusst verändert.
Das Treffen war auch vor dem Auftauchen der gewerblichen Anbieter eine feine Sache. Und das wird sich auch mit dem Vollzug der Anordnung nicht ändern. Einige Anbieter hatten bereits 2025 Stress mit dem Ordnungsamt bekommen und Bußgelder bezahlt, weil sie sich nicht an bestehende Gesetze gehalten haben.
Ich würde mich freuen, wenn ihr dieses Thema aufgreift, denn es betrifft nicht nur Nürnberg, sondern zeigt exemplarisch, wie mit gewachsener Szene-Kultur umgegangen wird.
Regine
Regine
Das mache ich gern und werde deinen Beitrag wunschgemäß und so, wie hier dargestellt, online stellen. Für das nächste Heft bringen wir neben dem üblichen ausführlichen und reich bebilderten Nachbericht auch die Schilderung der hier dargestellten Faktenlage.




