
Vor 70 Jahren machte sich der erfolgreichste deutsche Motorsportler aller Zeiten (11 mal in Folge Welt- bzw. Europameister) auf seiner NSU Max 250 aus dem Schwarzwald auf den Weg nach Künzelsau in den Nordosten Württembergs. Der 17 jährige Erwin Schmider fuhr mit zwei Litern Öl und Schlafanzug im Rucksack zu seinem allerersten Wettbewerb, zur gefürchteten Langstreckenfahrt „Schwere Schwäbische“ in der Region Hohenlohe.
Eine kleine Gruppe Klassikfahrer organisiert am 10./11. Juli eine Zuverlässigkeitsfahrt für klassische Maschinen als Remineszenz an die „Schwere Schwäbische“.
An diese will die „Hohenloher 8“ erinnern und sie mit einer Ausführung für Oldtimer-Motorräder neu interpretieren. Auf zwei Schleifen in Form einer „8“ wird das Gemeindegebiet von Mulfingen an der Jagst mit seinen zahlreichen Nebentälern auf insgesamt 150 Kilometern durchquert.
Das Starterfeld von 180 Plätzen war in kürzester Zeit ausgebucht. Trommelbremse, Luftkühlung und zwei Federbeine lauten die technischen Anforderungen. Schwerpunkt sind Maschinen der 70er Jahre aus Italien, Deutschland und der Tschechischen Republik. 35 (!) Marken sorgen für ein buntes Fahrerlager, wie es das so nur in den 70ern gab. Dabei große Hersteller von BMW, Jawa, MZ, NSU, Maico, Hercules, KTM über seltene Marken wie Moto Villa, CZ, Gori, Ossa bis hin zu Raritäten von MV Augusta, Montesa, Bultaco, Ducati, CZ oder Horex.
Ein Höhepunkt ist morgens die Startprüfung per Kickstart. Auf vier Sonderprüfungen müssen die Akteure ihre Fahrfertigkeiten per Einzelstart auf jeweils einer Runde, ohne vorherige Trainingsmöglichkeit, unter Beweis stellen.
Voraussichtlich wird Bol d’Or-Legende Harald Eckl, selbst 1965 bei der letzten Ausgabe der schweren Schwäbischen am Start, die schwarz-weiß karierte Flagge schwenken.
Hier geht es zum Filmbeitrag des SWR aus dem Jahr 1956.





