Motorräder gelten als Symbol der Unabhängigkeit und des Abenteuers. Sie stehen für ein freies Lebensgefühl, das Überwinden von Hindernissen und natürlich auch für Geschwindigkeit.
Doch Motorräder können auch ganz anders sein: skurril und geradezu exzentrisch. Das beweist die Sonderausstellung „Kuriositäten auf zwei Rädern“. Das Motorradmuseum von Schloss Augustusburg am Rande des Erzgebirges präsentiert ab Samstag, 13. Juni 2026, bis Sonntag, 2. Mai 2027, was passiert, wenn technische Innovationen auf ausgefallene Ideen treffen.

„Dabei geht es nicht allein um die Maschine, sondern auch um die menschliche Komponente: Die Ausstellungsstücke zeigen Innovation, Mut zu Neuem und Erfindergeist“, erklärt Patrizia Meyn, Geschäftsführerin der Augustusburg/ Scharfenstein/ Lichtenwalde Schlossbetriebe gGmbH, und ergänzt: „Mit unserer Sonderausstellung möchten wir dieses Kulturgut bewahren, erlebbar machen und für kommende Generationen zugänglich halten.“
Experimente der Motorradgeschichte
Bleibende Eindrücke bietet „Kuriositäten auf zwei Rädern“ mit den acht Prototypen, Einzelstücken und Raritäten reichlich. Außergewöhnliche Anordnungen, verschobene Proportionen, futuristische Verkleidungen oder handwerkliche Eigenbauten sind in der Sonderschau die Regel und nicht etwa die Ausnahme.

Der Großteil der gezeigten Fahrzeuge stammt aus dem Sammlungsbestand des Motorradmuseums von Schloss Augustusburg und wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Vier Leihgaben der STIFTUNG PS.SPEICHER in Einbeck (Niedersachsen) ergänzen die Ausstellung. Motorradfans und PS-Freunde dürfen sich unter anderem auf ein strahlgetriebenes Zweirad von 1992 freuen. Als Treibstoff diente dabei nicht etwa Benzin oder Gas, sondern Wasser. Das Motorrad schaffte es in 4 bis 5 Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Zwei Wermutstropfen gab es jedoch: Die Vorbereitungszeit zum Aufheizen betrug rund 2 Stunden und der Tank reichte nur für die überschaubare Distanz von 120 Metern.

Propeller und Mini Bikes
Ein Motorrad, entworfen vom Briten Lawrence Bond, versprach größere Mobilität und zugleich durch seine charakteristische Form Aufmerksamkeit auf der Straße: Ein großes Rohr aus Aluminium mit ovalem Querschnitt bildet den Körper des Bond Motorcycle und lässt es herausstechen.Das Motorrad erinnert auf den ersten Blick eher an ein Flugzeug als ein Zweirad. Ein historisches Lastenrad aus den 1930er Jahren mit nachgerüstetem Propeller oder ein Alpenscooter für den Schnee und unwegsames Gelände bleiben ebenso im Gedächtnis.

Auch Mini Bikes sind zu sehen. Die Miniatur-Motorräder sind bei Motorsport-Enthusiasten aufgrund ihres Aussehens beliebt. Hintergründe und Besonderheiten der einzelnen Motorräder werden mit Bildern, Texten und auch Filmen erklärt. Die ausgefallenen Erscheinungen der Motorradgeschichte werden so akzentuiert und stehen gewissermaßen im Kontrast zur Dauerausstellung mit ihren 170 Exponaten aus 150 Jahren Motorradgeschichte.
Die Sonderausstellung „Kuriositäten auf zwei Rädern“ ist zu den regulären Öffnungszeiten des Schlosses Augustusburg zu sehen. Tickets und Informationen unter https://www.augustusburg-schloss.de/kuriositaeten
Öffnungszeiten April bis Oktober: täglich, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr), November bis März: täglich, 10:00 Uhr – 17.00 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr). Eintritt Motorradmuseum inkl. Sonderausstellung 10,- € Erwachsene / 8,00- € ermäßigt* / 25,- € Familien**
Freien Eintritt haben Rollstuhlfahrer, Begleitpersonen (Merkzeichen B), Kinder im Vorschulalter in Begleitung Erwachsener (ausgenommen davon sind Gruppen).* Ermäßigungen erhalten Schüler (Grundschule bis Gymnasium), Studenten, Azubis, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehin-derte ab GdB 60 % unter Vorlage eines entsprechenden Nachweises. ** Familienkarten gelten für Eltern bzw. Großeltern mit eigenen schulpflichtigen Kindern bzw. Enkeln.


